Wenn Ihr stolzer Winterlauch plötzlich umfällt, denken Sie wahrscheinlich zuerst an Frost. Aber ich habe in meiner Praxis bemerkt, dass das wahre Drama oft unter der Schneedecke passiert. Kurz vor dem Wintergeschäft in Österreich, wenn jeder auf die Ernte für deftige Suppen hofft, entpuppt sich ein unsichtbarer Feind im Boden als Hauptschuldiger. Es ist frustrierend: Die Blätter sind noch grün, aber die Pflanze liegt flach. Warum ist das so wichtig? Weil diese heimliche Attacke nicht nur Lauch betrifft, sondern auch andere empfindliche Wurzelgemüse im Garten.
Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie den Angriff erkennen und Ihren Garten in Wien, Graz oder irgendwo in der Steiermark winterfest machen, ohne teure Chemie einsetzen zu müssen.
Der Schockmoment: Wenn der Lauch fällt, aber nicht erfroren ist
Jeder erfahrene Kleingärtner in Österreich weiß: Lauch ist robust. Er verträgt Frost und ist ein verlässlicher Lieferant für die Weihnachtsküche. Doch manchmal sehe ich, wie ganze Reihen über Nacht zusammenbrechen. Das entscheidende Detail, das viele übersehen: Die Blätter zeigen keine typischen Gefrierschäden. Sie sind zwar umgefallen, aber die Farbe ist noch intensiv und wirkt fast frisch.
Dieses Szenario ist ein klares Indiz für ein Problem, das unter der Erde liegt – meistens an Orten mit schwerem, lehmigem Boden, wie wir ihn oft im Alpenvorland finden.
Wie Sie den Saboteur im Wurzelwerk entlarven
Sie müssen Detektiv spielen. Gehen Sie nicht vom Schlimmsten aus, sondern graben Sie vorsichtig eine der umgefallenen Pflanzen aus, am besten mit einem Spaten (eine Spitzhacke ist oft zu brutal). Die Überraschung ist oft groß:
- Die Wurzelmatte ist fast vollständig abgefressen.
- Übrig bleibt nur ein kleiner, vertrockneter Stumpf direkt unter der Basis des Lauchs.
- Manchmal sehen Sie sogar feine, hellere Tunnelspuren im feuchten Erdreich.
Sobald Sie diese Anzeichen sehen, haben Sie die Gewissheit: Hier waren Wühlmäuse (Arvicola) oder Feldmäuse (Microtus) am Werk. Sie nutzen die Winterruhe, um sich an den nährstoffreichen Wurzelballen zu laben.

Feuchtigkeit und Lehm: Die unheilvolle Allianz für Lauch im Winter
Warum lieben die kleinen Nager gerade Ihren Lauchanbau? Weil der Winter die optimalen Bedingungen für sie schafft, besonders in feuchten Regionen Österreichs. Die Kombination aus Dauerregen im November und dichtem, argillösem Boden ist wie ein Fünf-Sterne-Hotel für Wühlmäuse.
In diesen Böden können sie leicht Gänge graben, ohne dass die Decke einstürzt. Außerdem lockert Staunässe die Wurzeln, was den Wühlmäusen das Knabbern erleichtert und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit des Lauchs massiv reduziert.
Drei einfache Schritte, um Ihren Garten unattraktiv zu machen
Es geht nicht darum, die Tiere auszurotten, sondern darum, Ihr Gemüsebeet so wenig einladend wie möglich zu gestalten. Das ist effektiver und nachhaltiger, als ständig Fallen aufzustellen.
Die Smarte Drainage-Regel:
Ein gut drainierter Boden ist die halbe Miete. Wenn Sie den Lauch im Herbst neu stecken, errichten Sie leicht erhöhte Anbauhügel. Das verhindert, dass das Wasser steht, und macht die Tunnelarbeit für Wühlmäuse mühsamer. Viele in Niederösterreich beginnen bereits, ihren Anbau auf feuchten Wiesen auf leicht erhöhte Dämme umzustellen.
Der „Stink-Trick“ bei der Neupflanzung:

Wühlmäuse haben eine empfindliche Nase. Integrieren Sie während der Pflanzung natürliche Repellentien:
- Stecken Sie Knoblauch- oder Zwiebelzehen direkt neben die Lauchreihen (daher der Titel: Eine Zwiebel schützt oft mehrere Lauchpflanzen).
- Geben Sie etwas Holzasche in die Pflanzlöcher. Mäuse mögen diesen Geruch und die Textur nicht.
- Manche schwören auf Holunderäste, die man in die Erde steckt – der Geruch der Rinde stößt die Tiere ab.
Physische Barriere für die Wurzeln:
Das ist mein Geheimtipp: Bei kleinen Beeten pflanzen Sie den Lauch in sogenannte Pflanzkörbe, die unten offen sind, aber eine feine Masche aus Metall haben (z. B. engmaschiger Kaninchendraht, oft erhältlich in Baumärkten in Linz oder Salzburg). Die Lauchwurzeln können ungehindert nach unten wachsen, aber die Wühlmäuse kommen nicht an den kritischen Stamm heran.
Finale: Richten Sie Verbündete im Garten ein
Vergessen Sie Chemie. Die besten Schädlingsbekämpfer sind Ihre natürlichen Partner im Ökosystem. Sorgen Sie dafür, dass sich Igel, Eulen und Mauswiesel in Ihrem Garten wohlfühlen. Igel vertilgen nicht nur Schnecken, sondern auch kleine Mäuse. Ein einfacher Haufen Reisig in einer ruhigen Ecke bietet ihnen einen perfekten Winterschutz.
Die Moral von der Geschicht: Der Winter ist nicht nur kalt, er ist auch die Hochsaison der unterirdischen Saboteure. Wer seine Lauchbeete gut dräniert und auf geruchsintensive Pflanzen setzt, rettet seine Ernte für die Neujahrssuppe.
Haben Sie schon einmal versucht, Ihre Lauchreihen mit Knoblauch zu schützen? Was hat bei Ihnen am besten gegen die Wühlmäuse geholfen?

