Ab 2026 ändert sich die Steuerlandschaft für Millionen Pensionisten in Österreich radikal. Ein höherer Freibetrag klingt zwar nach Entlastung, doch für jene, die neu in Pension gehen, wartet eine unangenehme Überraschung. Diese doppelten Veränderungen betreffen Ihre Geldbörse direkt. Sie müssen verstehen, wie diese Neuerungen – speziell die „Aktivrente“ – funktionieren, um nicht unnötig viel an das Finanzamt abzuführen.
Das Janusgesicht von 2026: Steigender Grundfreibetrag vs. sinkender Rentenfreibetrag
Ich habe mir die Details der kommenden Steuerreform genau angesehen, und es ist ein klassisches Spiel mit Licht und Schatten. Viele Pensionisten werden auf den ersten Blick jubeln, aber nicht alle werden profitieren.
Die gute Nachricht: Mehr Geld bleibt steuerfrei
Die größte Erleichterung kommt durch den steigenden Grundfreibetrag. Das ist der Betrag, bis zu dem Einkommen generell steuerfrei bleibt – ein wichtiges Detail für jeden, der in Pension ist.
- Der Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro pro Jahr.
- Für Ehepaare oder eingetragene Partnerschaften verdoppelt sich dieser Wert entsprechend.
Was das konkret bedeutet: Bleibt Ihr jährliches Einkommen unter dieser Grenze, zahlen Sie überhaupt keine Einkommenssteuer. Für Pensionisten mit geringen Bezügen ist das eine massive, spürbare Entlastung.
Die Schattenseite: Höhere Besteuerung für Neurentner
Aber es gibt einen Haken, der besonders jene trifft, die 2026 das erste Mal ihre Pension beziehen. Hier greift die schrittweise Anpassung des Rentenfreibetrages.
Der Rentenfreibetrag sinkt von derzeit 16,5 Prozent auf 16 Prozent. Das klingt nach wenig, hat aber eine große Wirkung:
- 84 Prozent der Pension (statt 83,5 Prozent) müssen versteuert werden.
- Nur die restlichen 16 Prozent bleiben steuerfrei.
Diese schleichende Erhöhung der Besteuerung ist oft der Teil, der in den Nachrichten übersehen wird, der aber Ihre Netto-Pension direkt beeinflusst.

Der Insider-Vorteil: Wie Sie die „Aktivrente“ maximal nutzen
Viele übersehen die sogenannte „Aktivrente“, die ab Jänner 2026 neue Möglichkeiten eröffnet. Für jene, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten wollen oder müssen, ist das ein Game-Changer.
Das Prinzip ist einfach: Sie dürfen nun steuerfrei hinzuverdienen. Aber die Höhe ist überraschend hoch:
- Pensionisten dürfen bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen.
- Das sind beeindruckende 24.000 Euro pro Jahr.
Und jetzt kommt das Beste: Dieser Freibetrag kommt zusätzlich zum regulären, erhöhten Grundfreibetrag von 12.348 Euro!
Das bedeutet, dass aktive Pensionisten, die weiterarbeiten, auf einen jährlichen Gesamt-Steuerfreibetrag von satten 36.348 Euro kommen. Das mag sich kompliziert anhören, aber in meiner Praxis sehe ich, dass das ein enormer Hebel ist, um die Altersvorsorge aufzubessern.
Voraussetzungen für den Aktivrenten-Bonus
Um von diesen 36.348 Euro freiem Einkommen zu profitieren, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Sie müssen die Regelaltersgrenze erreicht haben.
- Sie müssen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein (z.B. in Teilzeit).
Die Meinungen über diese Neuerung sind geteilt. Organisationen wie der Sozialverband VdK sehen es als Vorteil für gesunde Menschen in weniger belastenden Berufen. Wer frühzeitig in Pension geht, hat davon leider nichts. Aber für alle anderen ist es die Chance, ohne große Abgaben ein stabiles Nebeneinkommen zu generieren.

Der praktische Steuertipp: So retten Sie Ihre Freibeträge
Die meisten Pensionisten machen einen Fehler: Sie denken, die Steuererklärung lohnt sich nicht, weil sie ja „eh wenig“ verdienen. Darin liegt oft das größte Sparpotenzial!
Selbst wenn Sie keine Lohnsteuer zahlen, sollten Sie eine freiwillige Steuerveranlagung durchführen. Warum? Weil Sie so spezifische Ausgaben geltend machen können, die Ihren Grundfreibetrag sogar noch erhöhen oder Ihnen bereits gezahlte Versicherungsbeiträge zurückholen.
- Krankheitskosten: Außergewöhnliche Belastungen durch chronische Krankheiten oder teure Medikamente können abgesetzt werden.
- Haushaltsnahe Dienstleistungen: Wenn Sie Handwerker beschäftigen oder eine Haushaltshilfe haben, nutzen Sie die Abzugsmöglichkeiten.
- Spenden: Vergessen Sie nicht, Spenden an gemeinnützige österreichische Institutionen anzugeben.
Die Faustregel lautet: Geben Sie jede Ausgabe an, die unweigerlich mit Ihrem Alter oder Ihrer persönlichen Situation zusammenhängt. Ein einfacher Anruf beim Berater oder die Nutzung einer kostenlosen Online-Steuerhilfe (oft von Lohnsteuerhilfevereinen angeboten) kann Ihnen Hunderte von Euro zurückbringen.
Fazit und Ihre Meinung
2026 wird das Jahr der Gegensätze für Pensionisten: Mehr Steuerlast für Neuzugänge, aber deutliche Entlastungen für Geringverdiener und jene, die weiterarbeiten wollen. Der Schlüssel liegt darin, die neue Aktivrente zu verstehen und gezielt zu nutzen, um den maximalen Freibetrag von 36.348 Euro auszuschöpfen.
Nutzen Sie diese neuen Regeln zu Ihrem Vorteil.
Planen Sie, nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten, um die Aktivrente in Anspruch zu nehmen, oder sehen Sie darin nur eine Belastung durch Bürokratie? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

